rapper

Rap vom Rand

Installation, verschiedene Medien, 2009 / Ethnologische Forschung: Agnes Fuchsloch / Sebastian Stein

Die Arbeit entstand im Rahmen der Ausstellung Crossing Munich: Orte, Bilder, Debatten über Migration. Ausgehend von der wissenschaftlichen Recherche der beteiligten Ethnologen über Ghettodiskurs und den vo,n meist migrantischen Jugendlichen gelebten Gangsterrap entwickelte ich eine Installation aus Video-, Audio- und Textelementen. Kern der Arbeit ist das Video „Battle Rap“, in dem ich die Ethnologen gegen die in der Studie befragten Rapper in einem Rap Battle sprachlich gegeneinander antreten lies. Die in wissenschaftlicher Diskurssprache verfassten Rechercheinhalte wurden in Reime zusammengefasst und unter Bemühungen der Ethnologen rhythmisch vorgetragen, worauf die Rapper in ihrer eigenen Sprache antworteten und so die Möglichkeit hatten, die über sie verfasste Studie zu kommentieren.

 

domesticated

Domesticated

Video, 8.40 min, 2009

In einem unordentlichen, lageratigen Raum befindet sich eine Gruppe junger Frauen. Sie lungern herum, scherzen oder beschäftigen sich mit sich selbst. Die Kamera tasted den Raum und die Personen in beobachtender Weise ab. Aus dem Off kommentieren und vergleichen Personen das soziale Verhalten der eigenen Gruppe, so wie das der Anderen. Wer „wir“ und wer „die“ sind wir nicht explizit erwähnt. Dass es sich um den gesellschaftlichen Vergleich zwischen Affen und Menschen handelt, läßt sich aus bestimmten Aussagen vermuten.

 

radikal denken

Radikal Denken

2 Kanal Videoinstallation, 2009

„Radikal Denken“ portraitiert Personen in einer Wiener Shopping Mall, während ich sie bat einen radikalen Gedanken zu fassen. Radikal in dem Sinn, eine Sache privater, gesellschaftlicher oder politischer Natur grundlegend umzudenken. Die von den „Denkern“ im Anschluss anonym aufgeschriebenen persönlichen Vorstellungen wurden gesammelt und von mir zu einem kollektiven Manifest zusammengestellt.

 

missing counterparts

Missing Counterparts

2 Kanal Videoinstallation, 12 min Rovereto/Wien, 2008

Die Arbeit entstand im Kontext der Manifesta7 und thematisiert die Situation in Norditalien. Sie behandelt die Frage der „lokalen Identität“ und der realpolitischen Bedürfnisse vor Ort. Die Kulisse der Videos ist das Duplikat eines Wandgemäldes am Bahnhof Rovereto, welches eine typische Berglandschaft Norditaliens zeigt. An einem Wiener Bahnhof bat ich Passanten vor diesem Bild einen Monolog über ihre eigenen Lebensbedingungen zu halten und in einem zweiten Schritt, die von mir ausgeübten Attacken abzuwehren. Zurück in Rovereto zeigte ich die Videos Passanten. Ich bat sie, diese mit ihren eigenen politischen Forderungen, die lokalen Lebensbedingungen betreffend, spontan zu vertonen.

 

geld zu finden

Geld zu finden

Video, 9.41 min. 2003/2008

In der Galerie war eine alltägliche Wohnsituation installiert, in der 400 Euro versteckt waren. Die Besucher wurden dazu eingeladen, ohne Rücksicht auf den Erhalt der Installation, nach dem Geld zu suchen. Gefundenes Geld durfte behalten werden. Das Publikum bestimmte den ästhetischen Prozess des Raumbildes und wurde zum aktiven Bestandteil der Installation. Emotional entstand eine prekäre Situation. Nach der 3-stündigen Eröffnung war die komplette Einrichtung zerstört und ein Großteil des Geldes gefunden. Die anfängliche Vorsicht steigerte sich schnell in einen lustvollen Prozess der Zerstörung. 2008 entstand aus dem Dokumentationmaterial ein Video, welches sich von der linearen Abfolge löste und die athmophärische Kraft des Such- und Zerstöhrungsprozesses thematisiert.

 

 

 

Bundesheer

Auch wenn die Kost rein österreichisch ist, gibt sich die Küchenbelegschaft international

Videoinstallation, 2008

Der Titel „Auch wenn die Kost rein österreichisch ist, gibt sich die Küchenbelegschaft international“ zitiert einen Bericht des Bundesministeriums für Landesverteidigung über Integration im Bundesheer. Anpassung bzw. Unterordnung sind maßgebliche Prinzipien im Heer. Militärische Tarnung hat die Funktion sich der natürlichen Umgebung anzupassen und nicht mehr gesehen zu werden. Analog dazu ist in der zivilen Gesellschaft die Aufforderung an Minderheiten, sich gegenüber der Mehrheitsgesellschaft anzupassen. In einem 2 Kanal Video stelle ich militärische Strategien des Bundesheers dem Modell gesellschaftlicher Integration gegenüber.

 

heimfront

Heimfront

Video, 12 min. 2007

Das während einem Arbeitsaufenthalt entstandene Video Heimfront ist eine Reaktion auf den Rückgang politischer Aktivität, der in den holländischen Medien diskutiert wurde. Ich forderte einige Einwohner Dordrechts auf politische Forderungen, die den öffentlichen Raum ihrer Stadt betreffen, zu formulieren und auf Banner darzustellen. Das Video zeigt diese Einwohner, wie sie die Forderungen aus ihren abendlich erleuchteten Wohnzimmerfenstern demonstrieren. In einem zweiten Schritt habe ich Personen in der Fussgängerzone über die Forderungen informiert und sie um Ratschläge und mögliche Lösungen gebeten. Diese sind im Video als Voiceover zu hören.

 

empower me

Empower me!

Video und Installation, 2007

In dem Ausstellungsraum wurde eine Kamera installiert. Passanten wurden von mir gebeten, sich als Geisel zur Verfügung zu stellen. Sie wurden in den Ausstellungsraum geführt. Vor neutraler Kulisse stellten sie eine Forderung per Videobotschaft. Die Akteure konnten den Inhalt der Forderung selbst bestimmen.

 

push

Push

Video, 6 min. Venice Beach, 2006

Ich bat Passanten in Venice Beach, mich auf die Motorhaube eines parkenden Autos niederzudrücken. Im Gegenzug vollzog ich die gleiche Handlung an ihnen. Ein alltägliches Motiv einer Verhaftung aus den Straßen von Los Angeles und ein klassisches Motiv der ansässigen Hollywood Filmproduktion. Im Tausch der Rollen kann jeder die Position von Macht und Repression einnehmen.

 

viva la gemeindebau

Viva la Gemeindebau

Partizipatorische Intervention, Wien, 2006

In Zusammenarbeit mit dem Büchereien Wien

Mein besonderes Interesse galt der geschichtlichen Funktion des Gemeindebaus als Zentrum des Widerstandes 1934 und dem Bezug auf die heutige Situation des Zusammenlebens. Als Verknüpfungspunkt von damals zu heute wählte ich die Form eines Musikvideos zu dem Lied «Die Arbeiter von Wien». Das Video beschäftigt sich mit dieser Thematik in einer aktualisierten Form und wird in den verschiedenen Gemeindebauten bei kleinen Straßenfesten präsentiert. Dadurch konnte ein ungezwungener Kontakt mit und unter den Anwohnern entstehen. Nach Beendigung des Prozesses wurde das gesammelte Material zu einem Heft gebunden.

 

import export lifeconditions

Import-Export Life Conditions

Installation, verschiedene Medien, 2005-2006

Was ist der Wert eines Körpers in Mexiko City, einer Stadt mit 20 Mio. Einwohnern auf dichtestem Raum? Was ist der Wert meines Körpers in so einer Stadt? Für eine Ausstellung in Mexiko City griff ich Thematiken zweier in Mexiko lebender Künstler auf, um sie in meinem eigenen Kontext neu zu bearbeiten. Francis Alys fotografierte Händler bei ihrem täglichen Weg zur Arbeit, beim Schieben oder Ziehen ihrer Güter auf Sackkarren. Ihr körperlicher Aufwand steht in direktem Verhältnis zum ökonomischen Wert ihrer Ware. Von einem Straßenhändler kaufte ich einen solchen Wagen und importierte ihn nach Deutschland. Was für einen Wert hat ein solches Objekt dann, seiner eigentlichen ökonomischen Umgebung entrissen und in eine andere Verwertungslogik eingeführt? Santiago Sierra bezahlte kubanische Prostituierte sich für den Wert einer Dosis Heroin eine Linie auf den Rücken tätowieren zu lassen. Diesen Strich lasse ich auf meinem Körper fortsetzen. Ich zahlte 400 Pesos dafür. Würde ich die Frauen ausfindig machen und mich mit ihnen in einer Reihe aufstellen, ergäben wir eine Linie, ein Bild. Haben unsere Körper die gleiche Währung?

 

team west - patrouillier mit mir

Team West - Patrouillier mit mir

Interaktion, Videoinstallation, Westbahnhof Wien, 2006

Ich habe das Security Team am Westbahnhof auf ihrem Rundgang begleiten dürfen. Sie zeigten mir ihre strategischen Punkte im Gebäude. Wir sprachen über die spezielle Haltung des Securities und die Bedeutung der Uniform. Im Anschluss bin ich mit meinen selbstgemachten Uniformen in das Zwischengeschoss am Westbahnhof gegangen und habe mit den Herumlungernden ein eigenes Sicherheitsteam gegründet. In Beachtung der von den Securities angewandten Strategien haben wir unser Auftreten definiert.

 

einsatzübung

Einsatzübung

Performance und Video Dublin Airport, 2006

Ich patrouillierte am Flughafen Dublin. Ein paar Leute warteten auf ihren Flug und aus den Augenwinkeln konnten sie vielleicht eine ungewohnte Bewegung erspähen, während ich Action-Stunts für meinen „großen Einsatz“ trainierte. In meiner Performance spielte ich die Rolle einer narrativen Figur, einem einsamen heroischen Security Guard, der seine Aufgabe etwas zu ernst nimmt. Niemals wissend woher die unsichtbare Gefahr kommt, versuche ich diese im Stil eines Actionhelden zu bekämpfen, aber es schwingt immer auch der Gestus des Versagens, der Langweile und der Unsicherheit mit.

 

kontakte

Kontakte

Video, 14 min, 2005

Utopie einer gesellschaftlichen Umgangsform: Die Personenkontrolle, das Abtasten von Menschen am Flughafen, ist ein formaler behördlicher Akt zur Erhaltung unserer Sicherheit. Bestimmte Personen sind befugt das zu tun, dringen in die körperliche Privatsphäre eines fremden Menschen ein, und es gibt keine Möglichkeit sich dessen zu verweigern. Wende ich diese Handlung an fremden Personen an und bitte sie das gleiche an mir zu vollziehen, entsteht dadurch etwas anderes. Die überlegene Autorität einer Behörde fällt weg. Die zweckmäßigen Berührungen werden zu einem sinnlichen Erlebnis, einer privaten Begegnung.

 

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16+16+

Video, 15.05 min, 2010

Welches war die wichtigste Frag, mit der man sich beschäftigt hat, als man 16 Jahre alt war? Ich befragte dazu ältere PassantInnen und lud sie ein, ihre Frage von damals auf ein Pappschild zu schreiben. Im Video sieht man die Befragten mit ihren Schildern einige Zeit vor der Kamera posieren. Zugleich hört man auf der Ton-Ebene die Stimmen von heute 16-jährigen beim Versuch, diese Fragen konkret zu beantworten.

gleitzeitGleitzeit

3-Kanal HD-Video, 20 min, 2010

Passanten wurden von mir für ein symbolisches Honorar angeheuert im Video mitzuwirken. Ihre Aufgabe bestand darin mit erhobener Faust, einer historischen Geste aus der Arbeiterbewegung vor der Kamera zu posieren. Die Dauer der einzelnen Aufnahmen definiert sich dadurch wie lange die Protagonisten ihre Pose einnahmen und sollte von ihnen selbst bestimmt werden. Die gewonnene Eigenbestimmung über die „Zeit“ führte die Beteiligten in eine Verantwortlichkeit und in das moralische Dilemma, einschätzen zu müssen wie viel Zeit angemessen ist, den Ansprüchen gerecht zu werden und orientiert sich an immer aktueller werdenden Arbeitszeitmodellen der Deregulierung.

im trainingIm Training

2-Kanal Video, 13.06 min. loop, und Installation , 2010

Seit Mitte der 90er Jahre etablierte sich "Radical Cheerleading" als innovative Form des Straßenprotest. Politaktivist_innen und Feminist_innen eigneten sich Sprechrhythmus und Choreographie des Cheerleadings an, um ihren politischen Protest spektakulärer zu inszenieren. Für die Arbeit "Im Training" stellte ich einem Wiener Cheerleading Team die Idee des "Radical Cheerleading vor und motivierte sie, ihre Fähigkeiten zu nutzen, um eigene politische Inhalte zu vermitteln.

eyewitnessThe Eyewitness

Full HD Video, 15 min, 2011

Was sehen wir auf den Bildern, die uns täglich die Welt zeigen? Das ist die Ausgangsfrage der Videoinstallation, in der man die Auseinandersetzung einer Gruppe von Kindern mit Medienbildern aktueller politischer Ereignisse sehen kann. Losgelöst aus dem eigentlichen Kontext geben die Bilder Raum für Wahrnehmungen und Interpretationen aus dem Blickwinkel von Kindern und brechen dadurch mit der gewohnten Leseformen. In langsamen Kamerafahrten werde die Details der Bilder abgetasted und verweigern somit auch dem Betrachter den gesamten Überblick. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit Marco Ceroli. (Kunstvermittler für Kinder)

beathouseBeathouse

Performance, Charleroi, 2011

Im Rahmen einer Künstlerresidence in Charleroi (Belgien) realisierte ich eine Performance mit den Anwohnern einer der größten Wohnanlagen der Stadt. Zu einem bestimmten Zeitpunkt öffneten die Anwohner ihre Fenster, drehten ihre Stereoanlagen auf volle Lautstärke und ließen eine CD mit ihrem eigenen Herzschlag laufen, welche ich im Vorfeld mithilfe eines Ultraschall-Gerätes aufgezeichnet habe. Für 20 min. tönte das kollektive Wummern der Herzschläge nach außen. Die schmatzenden, pulsierenden Geräusche erzeugten eine ungewohnt intime Teilhabe am menschlichen Organismus und weckten den Eindruck einer sich in Gang setzenden unheimlichen Maschinerie.

7solos7 Solos

7-teilige Audioinstallation, 2011

Einmal am Tag wurde das Fenster des Bregenzer Martinsturm geöffnet und man hörte die Soloaufnahme eines Mitglieds der politischen Samba-Percussion-Gruppe Rhythm-Attack-Bodensee. Anstatt der Glocke hörte man an jedem Wochentag das gleiche Stück durch ein anderes der sieben Grundinstrumente vorgetragen. Das Zusammenspiel der Gruppe, deutete sich durch die streng eingehaltenen Spielpausen der Instrumente an. Der normalerweise gemeinsam gerufene Refrain „This is what democracy looks like“ ertönte täglich wiederkehrend in die Stadt.

kraftKraft

Full-HD Video, 7 min, 2011

Ausgangspunkt des Videos ist eine Geste, bekannt aus Comics oder Actionfilmen. Der Held verbiegt den Lauf der Waffe des Gegners mit bloßer Hand. Der Moment der Entwaffnung ist meist ein dramaturgischer Höhepunkt im Kampf und zugleich Darstellung absoluter Überlegenheit. Witt ging mit einem unpräparierten Gewehr in ein Kraftsportzentrum und bat einen der Trainierenden den Lauf zu verbiegen. Im Gegensatz zu den entsprechenden Szenen im Comic oder Actionfilm steht in diesem Video der reale Kraftaufwand im Vordergrund.

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